5 fatale Küchenfehler, die Ihre Energiekosten explodieren lassen

In der Küche schlummert enormes Einsparpotenzial – doch nur, wenn du bestimmte Energiefallen geschickt umgehst. Diese fünf häufigen Fehler lassen deine Stromrechnung unnötig in die Höhe schnellen.

Die Küche zählt zu den größten Energiefressern im gesamten Haushalt. Hier versammeln sich stromhungrige Großgeräte wie Backofen und Kühlschrank. Aber auch die kleinen Küchenhelfer können sich als überraschende Kostentreiber entpuppen, wenn sie falsch eingesetzt oder nachlässig behandelt werden. Wer clever Energie einsparen möchte, sollte diese fünf typischen Stolpersteine unbedingt vermeiden.

Stolperfalle Nummer 1: Unnötiges Vorheizen des Backofens

Auf zahllosen Rezeptseiten und Verpackungen von Tiefkühlprodukten findest du diese Anweisung – dabei ist sie in den allermeisten Situationen völlig überflüssig: das Vorheizen. Diese Empfehlung dient hauptsächlich Rezeptentwicklern und Herstellern fertiger Gerichte. Der Grund ist simpel: Verschiedene Backöfen benötigen unterschiedlich lange, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Präzise Zeitangaben wären ohne standardisiertes Vorheizen kaum möglich.

Wer jedoch mutig auf das Vorheizen verzichtet, kann beeindruckende zwanzig Prozent Energie einsparen. Bei den allermeisten Speisen wie Aufläufen, Kuchen, Braten oder Tiefkühlpizza stellt das überhaupt kein Problem dar. Der einzige kleine Nachteil: Du musst etwas häufiger einen prüfenden Blick in den Ofen werfen, um den perfekten Garzeitpunkt zu erwischen.

Allerdings gibt es einige wenige Ausnahmen von dieser Regel: Empfindliche Teigarten wie luftiger Biskuit, Brandteig oder zartes Soufflé brauchen tatsächlich einen vorgeheizten Ofen, damit sie ihre charakteristische fluffige Struktur behalten und nicht kläglich in sich zusammensacken.

Stolperfalle Nummer 2: Verschwenderischer Umgang mit Wasser beim Abwasch

Eine aufschlussreiche Untersuchung der Universität Bonn brachte erstaunliche Erkenntnisse zutage: Je nach persönlicher Spültechnik entstehen dramatische Unterschiede beim Wasser- und Energieverbrauch. Die Teilnehmenden sollten die Standardbeladung einer Spülmaschine von Hand reinigen. Während manche sehr gewissenhaft vorgingen und mit Stöpsel im Becken arbeiteten, ließen andere das heiße Wasser durchgehend laufen.

Das verblüffende Resultat: Der Wasserverbrauch schwankte zwischen vierzehn und vierhundertsiebenundvierzig Litern, im Mittel waren es hundertdrei Liter. Beim Energieverbrauch lagen die Werte zwischen null Komma zwei und sechzehn Komma sechs Kilowattstunden, durchschnittlich zwei Komma fünf Kilowattstunden. Abhängig von der Warmwasserbereitung können durch verschwenderisches Spülverhalten Kosten von mehreren Euro pro Durchgang entstehen, während eine sparsame Methode nur wenige Cent kostet. Beachte jedoch, dass dieser Test von einem sehr großen Spülgang mit hundertvier​zig Geschirrteilen ausging.

Wer stattdessen eine Spülmaschine einsetzt, verbraucht damit im Schnitt fünfzig Prozent weniger Wasser und achtundzwanzig Prozent weniger Energie als beim Handspülen, so das Ergebnis einer Folgeuntersuchung der Universität Bonn. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Geschirrspüler grundsätzlich sparsamer arbeiten als Menschen. Dieses deutliche Resultat spiegelt lediglich den Durchschnitt wider, bei dem auch extrem verschwenderische Techniken mit einflossen.

Der Bund der Energieverbraucher gelangte durch eigene Analysen zu der Einschätzung, dass es durchaus machbar ist, die Spülmaschine beim Wasser- und Energieverbrauch zu schlagen, sofern man dabei äußerst effizient vorgeht. Da dies jedoch mit erheblichem Arbeits- und Zeitaufwand verbunden ist und vermutlich nur die wenigsten diese Mühe auf sich nehmen wollen, dürfte für die meisten Haushalte die Spülmaschine die klügere Option sein. Doch auch hier lauern Fehler, die den Verbrauch unnötig steigern.

Stolperfalle Nummer 3: Falsche Platzierung des Kühlschranks

Daran denken vermutlich die allerwenigsten bei der Küchenplanung, doch die Nähe deines Kühlschranks zu Wärmequellen beeinflusst massiv seinen Energiehunger. Je näher das Gerät an Hitzequellen steht, desto mehr muss es leisten. Wenn irgend möglich, sollte der Kühlschrank daher nicht direkt neben einer Heizung positioniert werden. Auch direktes Sonnenlicht und die unmittelbare Nachbarschaft zu Herd und Backofen verschlechtern die Energieeffizienz erheblich.

Falls du bereits eine komplett eingerichtete Küche besitzt, wird es möglicherweise schwierig, an der Position des Kühlschranks noch etwas zu verändern. Doch wenn du gerade eine neue Küche planst, solltest du diesen Aspekt der Energieeinsparung unbedingt berücksichtigen. Eine regelmäßige Säuberung des Lüftungsgitters und der Innenflächen trägt ebenfalls dazu bei, Energie zu sparen und die Stromkosten zu senken.

Stolperfalle Nummer 4: Zu niedrige Temperatur im Kühlschrank

Ein weiterer weit verbreiteter Fehler betrifft ebenfalls Kühlschränke: Viel zu häufig sind diese übermäßig kalt eingestellt. Kein Wunder, bietet der Temperaturregler doch meist Optionen von eins (kühl) bis sechs oder sieben (sehr kalt). Tatsächlich genügen in vielen Fällen bereits die Stufen eins oder zwei völlig. Allerdings entsprechen die einzelnen Stufen nicht einheitlich bestimmten Temperaturen. Wer absolut sichergehen möchte, sollte die Temperatur mit einem Thermometer im Kühlschrank kontrollieren.

Für einen optimal energieeffizienten Betrieb sollte die Temperatur sieben Grad in der mittleren Zone des Kühlschranks betragen. Das reicht laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz für die meisten Lebensmittel völlig aus und spart maximal viel Energie. Wärmer sollte es allerdings nicht werden, da deine Lebensmittel sonst rasch verderben könnten. Schnell verderbliche Produkte solltest du außerdem im unteren Bereich direkt über dem Gemüsefach lagern, denn dort herrschen kühlere Temperaturen als in der Mitte.

Stolperfalle Nummer 5: Zu große Wassermenge im Wasserkocher

Der Wasserkocher gilt normalerweise als das effizienteste Küchengerät zum Erhitzen kleinerer Wassermengen. Das Dilemma: Zu klein darf die Menge allerdings auch nicht ausfallen. Denn Wasserkocher besitzen eine Mindestfüllmenge, die für die Abschaltautomatik wichtig ist und bei bestimmten Modellen sogar Schäden am Gerät verhindert. Meist liegt diese Mindestmenge bei einem halben Liter, was immer dann zum Problem wird, wenn du dir lediglich schnell eine einzelne Tasse Tee zubereiten möchtest. Hier existieren verschiedene Lösungsansätze:

  • Schaffe dir einen Wasserkocher mit niedriger Mindestfüllmenge von maximal einem Viertelliter an.
  • Verbrauche den halben Liter komplett, indem du dir eine zweite Tasse Tee zubereitest. Dabei kannst du auch den Teebeutel und Teesatz erneut verwenden.
  • Ignoriere die Mindestfüllmenge und schalte den Wasserkocher zum richtigen Zeitpunkt manuell aus. Doch Vorsicht! Diese Methode eignet sich ausschließlich dann, wenn kein Heizelement aus dem Wasser herausragt. Andernfalls drohen Schäden am Gerät.

Grundsätzlich gilt beim Wasserkocher die goldene Regel, dass du immer nur genau so viel Wasser erhitzen solltest, wie du tatsächlich benötigst. Andernfalls kommt die hohe Energieeffizienz des Kochers nicht zur Geltung. Ein weiterer wertvoller Tipp zum Energiesparen in der Küche: Entkalke deinen Wasserkocher regelmäßig, um seine optimale Leistung zu bewahren.

Author

  • Saliha „Sally“ Özcan wurde 1988 in Bruchsal geboren und war ursprünglich Lehramtsstudentin für Grundschulen, bevor sie ihre Leidenschaft für das Backen zum Beruf machte. Im Jahr 2011 startete sie ihren YouTube-Kanal unter dem Namen Sallys Tortenwelt, der sich schnell zum erfolgreichsten Food-Kanal Deutschlands entwickelte. Heute leitet sie ein riesiges Unternehmen im badischen Waghäusel, vertreibt eine eigene Produktlinie und inspiriert Millionen von Menschen nicht nur mit Rezepten, sondern auch mit wertvollen Tipps zur Haushaltsführung und smarten Alltagstricks. Durch ihre authentische Art und ihre Rolle als Botschafterin für soziale Projekte ist sie zu einem festen Bestandteil der deutschen Medienlandschaft geworden.

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